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Fritz Winter
Fritz Winter
04.09.1987 bis 18.10.1987

Eröffnung Fr., 04.09., 19.00 Uhr
Einführung Rainer René Müller, Heidelberg
Galerieführung Di., 08.09.
Rainer René Müller

Wie das gleichaltriger Künstler, so verlief auch das Leben von Fritz Winter in brutal genau durch die Geschichte unseres Jahrhunderts vorgezeichneten Bahnen. Als Bergarbeiter und politisch Interessierter gelingt ihm als 19jähriger der Sprung in die Freiheit des in den 20er Jahren kulturell bedeutenden internationalen Vagabundentums der Kunst. Nach raschem Erarbeiten der stilistischen Entwicklung der Kunst seit 1880 dringt er tiefer in deren jüngste Entwicklung durch ein Studium am Bauhaus von 1929 bis 1931 bei Kandinsky, Klee und Schlemmer sowie durch Zusammenarbeit mit Kirchner in Davos in den Jahren 1929 bis 1932 ein. 1931 entscheidet er sich für die Abstraktion, dei er bis zu seinem Tode unermüdlich erprobte. Nach hoffnungsvollen künstlerischen Anfängen, verbunden mit Lehrtätigkeit in Berlin und Halle in den Jahren 1929 bis 1932 taucht er bereits in diesem Jahr in Allach bei München mit siener Lebensgefährtin in innerer Emigration unter, die er selbst sogleich als "Exil" verstand und malte "auf Lager". Trügerische Hoffnung keimte noch  1936 durch die beantragte und bewilligte Aufnahme in die Reichskulturkammer, der 1937 brutales Malverbot folgte. Fritz Winter arbeitete weiter, wurde aber im August 1939 eingezogen und musste - von wenigen Urlauben und Lazarettaufenthalten nach Verwundungen unterbrochen - das ganze Drama des zweiten Weltkrieges bis zum Mai 1945 miterleben, als er in russische Gefangenschaft geriet, aus der er 1949 im Mai entlassen wurde.

Kurator: Rainer René Müller