home termine kunstverein galerieräume mitglied werden links impressum
 

Thomas Wojciechowicz
David und Windstück
10.04.1987 bis 08.06.1987

Eröffnung Fr., 10.04., 19.00 Uhr
Einführung Rainer René Müller, Heidelberg
Galerieführung Di., 14.04., 18.00 Uhr
Rainer René Müller

"Man gab mir einen Körper - wer / sagt mir, wozu? Er ist nur mein, nur er." (Ossip Mandelstam)

Es gibt natürlich eine reiche Wiedersprüchlichkeit der Beziehungen. Schon unsere Überschrift, die zwei Arbeiten von Thomas Wojciechowicz mit ihren Titeln zitiert, kennzeichnet dieses verhältnis. Zu den verhängnisvollen Vorstellungen innerhalb der Gewöhnung an die Existenz von Kunst gehört es, anzunehmen, Kunst sei jenseits der gesellschaftlichen Verhältnisse und somit außerhalb der Geschichte anzusiedeln. Glücklicherweise funktioniert die Umkehrung nicht: was uns als Kunst begegnet, kann um seiner selbst Willen nicht auf einen zeitlichen Zusammenhang verzichten. Es reicht jedoch keineswegs aus, anerkannte Positionen mit Persönlichkeiten von Künstlern zu verbinden. Erst stilistische Kontroversen und nciht gesicherte Formen ermöglichen einen angemessenen Zusammenhang zum facettenreichen Schaffen innerhalb später Formen der Moderne.

Thomas Wojciechowicz, der siet 10 Jahren freischaffend in Saarbrücken arbeitet, rechnet sich weder einer Akademie zu, noch einer besonderen Schule oder einem bestimmten Lehrer. Seine Plastiken sind auch in jenem Sinne frei, als er sich vom hölzernen "Fund"-Stück, gelegentlich vom Stein, über dessen Form oder Formungsmöglichkeit thematisch binden lässt. Nimmt man jedoch die malerischen und zeichnerischen Arbeiten hinzu und vergleicht überdies die einzelne Plastikmit den vorhergehenden Skizzen und Entwürfen, so sieht man bald, dass die Spannung, die zwischen einer verhaltenen Abstraktion und einer konkreten Körperlichkeit besteht, das Verhältnis von Objekt zu Plastik also, in der Regel ausbalanciert wird durch den Bezug auf die figürliche Maßgabe des menschlichen Körpers.


Kurator: Rainer René Müller