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Joseph Beuys
Zeichen der Verwandlung
19.06.1987 bis 02.08.1987

Eröffnung Fr., 19.06., 19.00 Uhr
Einführung Rainer René Müller, Heidelberg
Galerieführung Di., 23.06., 18.00 Uhr

Gedanken zum Werk von Joseph Beuys: Der Name Beuys, Reizwort für viele, stand und steht für zeitgenössische Kunst schlechthin, im Guten wie im Bösen. Kein anderer Künstlername der zweiten Jahrhunderthälftehat derartdie Gemüter erregt, ist derart zum Synonym für Gegenwartskunst geworden, für ihre Andersartigkeit dem Vertrauten Gegenüber und auch für die Ausweitung des ohnehin nie definitiv zu definierenden Begriffs "Kunst" sowie die Attacke, die dagegen von den Gralshütern des Guten, Wahren und Schönen geritten werden. Beuys hat sich immer als Bildhauer, als Plastiker verstanden: Die Weite seiner Kunst besteht in einer ganz außerordentlichen Ausweitung der Vorstellung vom plastischen Gestalten: Plastisches Formen und Bilden zwischen den Polen des Amorphen, Organischen, der fließenden, noch ungerichteten Lebens-Energie, und der Erstarrung im Kristallinen - exemplarisch einander gegenübergestellt in der Erfindung der "Fettecke" -, ist für Beuys Lebensprinzip und Gestaltungsaufgabe schlechthin. Von daher erklärt sich nicht nur seine Vorliebe für Materialien wie Wachs und Fett, sondern vor allem seine radikale Vorstellung von der "Sozialen Plastik", an der jeder zu arbeiten hat, wobei als einzig menschenwürdige Definition von "Arbeit" die der kreativen, selbstbestimmten, zur Debatte steht. Denken ist somit für Beuys elementare Form eines plastischen Gestaltens, von dem aus nur konsequent ist, zumindest als Postulat, jedem Menschen künstlerische Potenz zuzubilligen.


Kurator: Rainer René Müller