home termine kunstverein galerieräume mitglied werden links impressum
 

Hans Steinbrenner
Was an Schweigen herauskommt
04.07.1986 bis 10.08.1986

Eröffnung Fr., 04.07., 19.00 Uhr
Einführung Rainer René Müller, Heidelberg
Galerieführung Di., 08.07., 18.00 Uhr
Rainer René Müller

"Malerei ist die farbige Gestaltung und Inszenierung der Fläche, Bildhauerei die raumkörperhafte Gestaltung des Blocks. Alles andere kann alles sein, nur nicht Skulptur und Malerei, wenn es auf die konstituierenden Elemente dieser Künste verzichtet." (Hans Steinbrenner)

Es kann geschehen, dass die Anschauueng der Kunstwerks, die Wahrnehmung und Erfahrung dessen, was man gemeinhin Wirklichkeit, Natur oder Erfahrung nennt, für Augenblicke außer kraft gesetzt werden. In dieser, als sehr unterschiedlich lang empfundenen, kleinen ersten Weile, setzt die Wirkung einer Werks sich unmittelbar durch. Dieser einfache Vorgang umfasst als Vollzug mehr als nur den Betrachter und das Werk. Hans Steinbrenner hat in langjähriger Arbeit immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass der künstlerische Prozess, will er sich mit den Ausdrucksmitteln seiner Zeit  zur Gewinnung neuer Formen behaupten, nicht hinter bereits Gewonnene zurückkehren kann. Das Verhältnis Kunst und Natur bzw.  Kunst und Wirklichkeit des Alltagszeitvergehens ist im künstlerischen Bereich seit Jahrzehnten, soweit es die Moderne angeht, geklärt, und soll hier nicht neu erörtert werden. Als Beleg, - einer von vielen anderen möglichen - mag die bemerkung von Paul Klee gelten, die er 1924 in einer "Rede über die moderne Kunst" gemacht hat: "Der Gegensatz zwischen dem Künstler, der die Form sucht und dem Laien, der den Inhalt sucht, wird immer größer." Anders ausgedrückt: es muss verstanden werden, (zumal die Moderne in allen Formen jetzt, zum Ende des 20. Jahrhunderts wunderbar ausgebreitet vor Augen liegt,) dass kein Künstler irgendeine Antwort geben kann auf eine Frage, die nicht eine der Kunst ist.


Kurator: Rainer René Müller