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Günter Scharein
Hommage à M N gen. Grünewald
09.05.1986 bis 22.06.1986

Eröffnung Fr., 09.05., 19.00 Uhr
Einführung Rainer René Müller, Heidelberg
Galerieführung Di., 13.05., 18.00 Uhr
Rainer René Müller

Zwei Jahre hat Günter Scharein an seinem bisher größten und auch großartigsten Bild gemalt. Das Triptychon " Hommage à Mattis" (205 x 500, in 4 Teilen) ist in der Zeit von 1983 bis 1985 entstanden. Innerhalb der modernen Kunst mit ihrer radikalen visuellen Erfahrung ist seit der romantischen konzeptionellen und theoretischen Umformung der älteren abendländischen malereiin neue Formen einer säkularisierten, zum Ausdruck transzendenter Erfahrungen neigenden Bildlösung, wie wir sie u.a. bei Barnett Newman oder Mark Rothko finden, die Bereitschaft vorhanden, auch Unfassliches erfahrbar zu machen. Das setzt Bilderfahrung voraus, die auch durch die moderne Kunst bewirkt wird und ohne die sowohl die ältere Kunst wie auch die der Moderne nicht zu gewinnen sind, soweit es die Erfahrung durch Anschauung betrifft.

Günter Scharein hatte sich früh festgelegt: inmitten eines bildnerischen Irrationalismus versuchte er zunächst, über die Anwendung der zeit- und arbeitsintensiven Siebdrucktechnik, die bei großen Formaten hunderte von Druckvorgängen erfordert,den Weg zur Glätte, zur Beruhigung und zur Vermeidung der herkömmlichen "Handschrift" zu gehen, um dann später zum persönlichen Duktus insoweit zurückzukehren, als er gleiche Bildlösungen mit dem feinen Pinsel zu finden suchte. Mit dem Beibehalten des , durch ursprünglich grafische Technik gegebenen Gerüsts, aber durch den nun eingesetzten punktuellen Farbauftrag von Hand, ergab sich die Frage nach Inhaltlichkeit von Bild zwischen Abstraktion und Bestimmung. Diese Frage hattes sich so weder der späte Konstruktivismus und seine Nachfolgevarianten,noch die Op-Art in ihrer plakativen Breite gestellt.


Kurator: Rainer René Müller